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Taganga – Die Suche nach dem Traumstrand


“Woran erkennt man einen Gringo? Sie haben immer ein Buch dabei, reservieren Stühle mit Handtüchern – und kein Strand ist ihnen leer genug.” – Als ich diesen Satz zum ersten Mal las, musste ich lachen. Dann musste ich nachdenken. Schließlich musste ich mir eingestehen, dass es wahr ist: Während in Kolumbien ein Strandtag ein soziales Erlebnis ist – man trifft sich, lernt Leute kennen, feiert Partys mit Fremden –, bleiben wir scheinbar lieber unter uns. Weißer Sand, azurblaues Meer, ein paar Palmen. Das reicht vollkommen. Findet man diesen Europäer-Traum hier in der kolumbianischen Karibik?

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Taganga: Backpackerhochburg in der kolumbianischen Karibik

Als wir mit dem Bus in Taganga ankommen, sind wir zunächst ernüchtert: Die Straßen sind voll, am Strand liegen Menschen dicht an dicht. Wir haben nicht bedacht, dass Ostern ist: An verlängerten Wochenenden – im kolumbianischen Slang: Puente, also Brücke – zieht es alle ans Meer.

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Leicht verunsichert wandern wir die Promenade entlang. Von links werden wir angesprochen – Ein Mann bietet Bootstouren zum Playa Grande an. Ob der leer ist? Na klar, da ist keine Menschenseele! Verunsichert schauen wir uns an: So wirklich können wir nicht glauben, dass der “große Strand” tatsächlich so ruhig und idyllisch sein soll. Doch momentan ist das unsere einzige Hoffnung. Also auf geht’s: Die bequeme und überteuerte Bootstour lehnen wir dankend ab und machen uns zu Fuß auf den Weg. Der Pfad zum Playa Blanca ist gut ausgeschildert und führt an den imposanten Klippen entlang – Eine bessere Aussicht hätten wir uns nicht wünschen können.

Am Playa Grande angekommen, bewahrheitet sich unsere Vorahnung: Man sieht den Strand vor lauter Leuten nicht mehr. Musik dröhnt aus Lautsprechern und das Meer ist voll. Soll es das gewesen sei? Unser Entdeckerdrang spornt uns an: Wir sind schon zu weit gegangen, um jetzt aufzugeben. Also schultern wir unsere Rucksäcke und laufen in der brütenden Mittagssonne weiter.

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Der Weg führt an den Klippen entlang. Unter uns glitzert das Meer, in der Ferne hört man Stimmengewirr vom Playa Grande. Der Weg ist gesäumt mit unzähligen riesengroßen Kakteen. Der Untergrund ist steinig – Wir wandern auf einem Trampelpfad und verfluchen uns dafür, nur Flipflops und kein festes Schuhwerk dabeizuhaben. Ab und an treffen wir andere Wanderer, doch so viele wie auf dem Weg zum Playa Grande kommen uns schon lang nicht mehr entgegen.

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Erster verstecker Strand nach dem Playa Grande

Lange müssen wir nicht laufen. Schon nach zehn Minuten kommen wir an den ersten Ministrand: Eine kleine Hippie-Hochburg mitten in Taganga. Gruppen von Gringos in weiten Indienhosen genießen die Sonne, auf einem Lagerfeuerplatz stapelt sich Treibholz. Nach nochmals zehn Minuten Wanderung sind wir endlich am Ziel: In einer kleinen Bucht, umgeben von meeterhohen Felswänden, sehen wir weißen Sand. Am linken Rand liegt ein Boot im Wasser, draußen im Meer hängen Netze. Ein paar Fischer vertreiben sich die Zeit mit Kartenspielen. Badegäste kann man an zwei Händen abzählen.

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Badehose an – Schwimmbrille auf – Ab in den Ozean. Das Wasser ist glasklar, selbst in zwei Metern Tiefe beleuchten die Sonnenstrahlen noch die Korallen am Meeresgrund. Fisch-Schwärme glitzern in allen erdenklichen Farben. Als der Abend hereinbricht, holen die Fischer die Netze ein. Der Horizont färbt sich rot. Wir machen uns auf den Rückweg, auf den Klippen schauen wir nochmal auf das Farbspiel im Wasser zurück: Es gibt ihn also, den perfekten Gringo-Strand. Und wir haben ihn gefunden.

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Autor: Max Schneider

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Bogotá – Kolumbiens Millionenmetropole im Wandel


Acht Millionen Realitäten pulsieren durch die Straßen unter uns. Wir sehen sie alle.
Die Sonne scheint auf dem Monserrate, dem Museumsberg am Fuße Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Wir überblicken weite Teile der Millionenmetropole, sehen Backsteingebäude und graue Wolkenkratzer. Zugegeben, von oben scheint Bogotá wie eine riesige Ansammlung von Beton mitten in den Berg gekippt. Doch wie bei allem zählen auch hier die inneren Werte.

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Monserrate: Bogotá von oben

Weiter unten, in den Gassen, Alleen und auf den Plätzen der Stadt trifft man auf kreatives Chaos. Anzugträger hetzen mit Handy am Ohr von A nach B. Verkaufsstände drängen sich dicht an dicht auf die Fußẃege. Alte Cachacos, so nannten sich Bogotaner noch vor wenigen Jahrzehnten, sitzen auf der Straße und spielen Schach. Straßenkünstler unterhalten die Vorbeigehenden und bieten Kunsthandwerk an.

In den letzten Jahren ist die Stadt aus allen Nähten geplatzt: Die Ära der Drogenkartelle und des Bürgerkriegs hat viele Kolumbianer vom Land in die Städte getrieben. Immer noch wächst Bogotá rasant und Menschen bleiben auf der Strecke. So glitzern nach Einbruch der Dunkelheit in den fernen Berghängen unzählige Lichter – Was von unten romantisch aussieht, ist eine düstere Realität für viele. Dort oben wuchern die sogenannten Comunas, Armutsviertel für diejenigen, deren Geldbeutel nicht mit den schnell steigenden Mieten in der Großstadt mithalten kann. Als Tourist sollte man sich auf keinen Fall dort hineintrauen – selbst Bogotanos setzen keinen Fuß in diese von Kriminalität zerfressenen Stadtteile.

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Soziale Ungerechtigkeit in der Metropole

Das Wachstum brachte auch Positives. Bogotá profitiert von jungen Kreativen, Studenten, Gründern und zunehmend auch internationalen Gästen. Rund um den Parque 93 finden sich Boutiquen, Programmkinos, erstklassige Cafés und Restaurants. Der Stadtteil Usaquen lädt jeden Sonntag zum Straßenflohmarkt ein, der problemlos mit denen in Berlin, Leipzig oder Hamburg mithalten kann – moderne Fashion, Kunst-Performances und exquisites Streetfood prägen das Bild.

Mobiler Buchverleih im Praque 93
Mobiler Buchverleih im Parque 93
Der Mercado de Pulgas in Usaquen bietet allerhand Leckereien
Der Mercado de Pulgas in Usaquen bietet allerhand Leckereien

In der Candelaria, dem historische Zentrum, verschmelzen Moderne und Geschichte. Das Viertel beherbergt den imposanten Regierungspalast sowie den Justizpalast, der 1985 von Guerillagruppen besetzt und mit Waffengewalt zurückerobert wurde. Im Botero-Museum kann man originale Picassos, Monets und natürlich auch Boteros bestaunen. Die Straßen sind eng und aus Backstein, die Häuser bunt angemalt. Beinahe vergisst man, dass man sich in einer Acht-Millionen-Metropole befindet – wäre da nicht die Street Art.

Plaza Simón Bolivar - Bogotás Regierungszentrum
Plaza Simón Bolivar – Bogotás Regierungszentrum
Picasso-Originale im Botero-Museum
Picasso-Originale im Botero-Museum

Seit wenigen Jahren ist Bogotá zum Hot Spot für Graffiti avanciert. Die Gesetze für Spray Art sind hier im Gegensatz zu europäischen Metropolen locker und Hauseigentümer bitten teils sogar um Graffiti-Gemälde an ihren Wänden. Auf dem ältesten Gebäude der Stadt prangt ein surreales Kunstwerk eines lokalen Künstlers. Überall in der Candelaria gibt es Avantgarde-Spraykunst zu bestaunen – in Südamerika können nur São Paulo und Mexico City mit dieser Vielfalt mithalten.

Graffiti auf Bogotás ältestem Gebäude
Graffitikunst auf Bogotás ältestem Gebäude

Der Abend bricht über der Stadt hinein. Wir sitzen in der Candelaria und hören einer spontanen Jam-Session auf der Straße an. Wenige Meter von uns entfernt sammelt ein Obdachloser Bierdosen. Uns gegenüber hört eine Gruppe Universitätsstudenten verträumt der Musik zu. In der Ferne glitzern die Berge. Bogotá vereint Armut und Reichtum, Fortschritt und Geschichte. Irgendetwas sagt mir, dass diese Metropole in der Zukunft auch weltweit wichtiger wird – Schon jetzt braucht sie sich nicht hinter Berlin oder London verstecken.

Autor: Max Schneider

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El Pueblito: Ausflug in eine vergessene Welt


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Der Weg vor uns ist steinig. Felsen stapeln sich übereinander und bilden einen improvisierten Weg. Uns steht der Schweiß bereits auf der Stirn – angekommen sind wir noch lang nicht.

Wir befinden uns im Nationalpark Tayrona zwischen Santa Marta und Palomino an der kolumbianischen Karibikküste. In Cabo San Juan haben wir unser Zelt aufgeschlagen und den Traumstrand genossen. Jetzt ist es Zeit für einen Tapetenwechsel.

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Cabo San Juan: Hier beginnt die Reise

Der Pfad begann direkt am Kap und führt uns in die Berge. Dort, circa zwei Stunden Fußmarsch entfernt, befindet sich El Pueblito: Ein antikes Dorf der Kogui-Ureinwohner, das bereits vor der spanischen Eroberung existierte. Die Häuser und Ruinen sollen Einblick in ein Leben geben, das die Koguis vor vielen hundert Jahren bereits geführt haben.

Es fängt zu nieseln an. Die Steine werden glatt, der Anstieg gefährlicher. Mit Wanderschuhen und ein paar Wasserflaschen läuft man trotzdem sicher – Flip-Flops oder 40-Liter-Rucksäcke würden den Anstieg zur Tortur machen. Wir schauen zurück. Auf dem Trek läuft man zwar nur 2,4 Kilometer, überwindet aber auch 260 Höhenmeter. Das Meer ist nur noch ein fernes Rauschen, die Szenerie hat sich komplett verändert.

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Ein steiler Steinpfad führt nach El Pueblito

Bereits im Jahre 1000 sind die Koguis von der Küste in die Berge geflohen, um der Invasion anderer karibischer Stämme zu entgehen. Ihr Lebensstil hat sich seitdem wenig verändert – isoliert und strategisch gut in den Bergen gelesen, konservierten sie ihre Traditionen, ihre Architektur und ihre Religion.

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Kogui-Architektur im Tayrona-Nationalpark: So beginnt El Pueblito

Der Pfad lichtet sich. Wir kommen auf eine große Lichtung. Aus der Erde erheben sich Steinplateaus, auf denen runde Häuser mit Holzwänden und Palmendach stehen. Kinder in weißen Togas spielen Fanger, ältere Koguis sitzen vor ihren Häusern. Das Dorf ist klein und überschaulich, nur wenige Hütten sind noch übrig geblieben. Insgesamt leben heute noch vier- bis sechstausend Kogui-Ureinwohner rund um die Sierra Nevada verstreut.

Der Urwald um uns herum lebt, trotzdem fühlen wir innere Ruhe. El Pueblito scheint von der Zivilisation abgeschnitten. Vielleicht kann man deshalb die Gedanken an die Reise, den Strand und zu Hause so gut ignorieren: Hier blieb die Zeit schon lang stehen, also warum nicht einmal kurz durchatmen und genießen?

20170323_132713Autor: Max Schneider

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Auf den Spuren der Tairona in der kolumbianischen Karibik


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Das Meer ist stürmisch. Hohe Wellen schlagen an den Strand, der Wind peitscht mir ins Gesicht. Neben mir steigt eine Drohne in die Luft – Sie gehört den Jungs von CaminanTr3s, zwei Videobloggern aus Bogotá, und heute erkunden wir gemeinsam den Dschungel der kolumbianischen Karibik. Der Strand ist nur ein kleiner Appetithappen. Ein kurzer Ausblick auf das, was wir heute erleben werden.

1 - Taironaka lässt sich nur per Boot erreichen - Straßen in den Urwald gibt es nicht
Taironaka lässt sich nur per Boot erreichen – Straßen in den Dschungel gibt es nicht.

Wir steigen wieder ins Auto. Mit GoColombia, dem Reiseorganisator, fahren wir über saftige Hügel und Felder, vorbei an Bananenfarmen bis an ein Tor mit der Aufschrift “Taironaka – Turismo Ecológico”. Wir lassen das Auto stehen und steigen in ein kleines Boot um. Gemächlich fahren wir den Rio Don Diego flussaufwärts. Der Fluss entspringt in den Bergen der nahegelegenen Sierra Nevada – Das Wasser ist kristallklar. Der Wald wird dichter. Tiefer und tiefer fahren wir in den Dschungel.

2 - Die Taironaka Ecolodge mitten im Urwald
Die Taironaka Ecolodge mitten im Urwald

Die Taironaka Ecolodge befindet sich auf einem ehemaligen Siedlungsgelände der Tairona-Ureinwohner, die selbst 70 Jahre gegen die spanischen Invasoren gekämpft haben, bis sie vor 400 Jahren von der Kolonialmacht beinahe ausgerottet wurden. Hier lebt ihre Tradition weiter: Auf runden Steinterrassen stehen Hütten aus Palmenblättern, die Nachfahren der Tairona kleiden sich weiter in die traditionellen weißen Tunikas. Im Tairona-Museum finden sich Artefakte der alten Kultur: Speerspitzen, Schmuck, Götterstatuen. Die Ureinwohner waren vor allem als Jäger und Seefahrer bekannt. Von dort aus geht es weiter in dieTairona-Haupthütte: Der Tradition folgend, treten die Männer durchs Sonnentor und die Frauen durchs Mondtor ein. Das Haus ist ein Ort der Zusammenkunft, die Feuerstelle in der Mitte ist ihr Herz.

3 - Eine Hütte der Tairona - detailgetreu restauriert
Hütte der Tairona, detailgetreu restauriert
4 - Tairona in der Haupthütte
Tairona im Haupthaus

Mittagessen: Gedankenversunken lauschen wir der Natur um uns herum. Niemand starrt auf sein Smartphone – Hier gibt es weder Handynetz noch Internet. Den Strom fürs Allernötigste gewinnt die Taironaka Ecolodge aus Solarenergie. Dennoch ist die Luft geladen: Von allen Seiten erklingt vielstimmiges Vogelgezwitscher, der Urwald um uns ist erfüllt mit Leben. Ein Pfau ruft uns von einem Baum aus zu, über unseren Köpfen hangeln sich Affen durch die Bäume.

Gestärkt machen wir uns auf zur letzten Etappe. Die Jungs von Bello Tours nehmen uns mit auf eine Flussfahrt der besonderen Art: Auf Reifen lassen wir uns den Rio Don Diego entlang treiben. Links und rechts von uns sehen wir dichte Baumfronten. Affen faulenzen in den Baumkronen, schwarze Uchuru-Vögel gönnen sich ein Bad im Fluss.

5 - Papageien, Affen, Pfauen: Die Tierwelt in Taironaka ist atemberaubend
Papageien, Affen, Pfauen: Die Tierwelt in Taironaka ist atemberaubend

Nach einiger Zeit wird der Flusslauf breiter. Zum hohen Vogelgesang gesellt sich ein anderes, tieferes Geräusch. Stetig, wie ein sich ständig wiederholender Windstoß, schwillt es langsam an. Als wir die Geräuschquelle finden, können wir unseren Augen kaum glauben: Vor uns eröffnet sich das Meer, der Rio Don Diego vermischt sich mit dem Atlantik.

6 - Der Flusslauf wird breiter
Der Flusslauf wird breiter.

Das Boot legt an, wir holen die Reifen aus dem Wasser. Der Kreis schließt sich: Wieder stehe ich am Meer. Mit den Füßen im Sand betrachte ich das unglaubliche Panorama: Links von mir schlängelt sich der Fluss zurück in den den dichten Urwald, rechts brausen die Wellen des Atlantik an den weißen Strand. Die Abendsonne taucht die ganze Szene in einen surrealen Goldton. Wahrscheinlich standen hier schon vor mehreren hundert Jahren die Tairona und huldigten ihrer wunderhaften Heimat. Auf der Schwelle zwischen zwei Welten blicke ich auf das Erbe der Ureinwohner. Einen kurzen Augenblick lang fühle ich Unendlichkeit.

Autor: Max Schneider

7 - Der Rio Don Diego trifft auf den Atlantik
Der Rio Don Diego trifft auf den Atlantik.
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Da fehlt noch Käse – Fünf Kulinarische Überraschungen auf meiner Kolumbien-Reise


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Willst du eine Kultur verstehen, dann probiere dich durch ihre Küche. Auf meiner Reise durch Kolumbien bin ich über viele kleine Besonderheiten gestolpert, die mich als Mitteleuropäer mal staunend, mal verwirrt zurückgelassen haben. Hier kommt die Top5.

1) Kaffee mit…?!




Missmutig setzen wir uns hin. Nippen an unseren Tassen. Der Käse ist mittlerweile weich und warm geworden. Ich probiere ein Stück – eigentlich gar nicht so schlecht. Überrascht genießen wir den herzhaften Kontrast zum süßen Kaffee. Als die Tasse leer ist, lehnen wir uns satt und zufrieden zurück – die Formel der Andenbevölkerung hat gewirkt: Auf mehreren tausend Höhenmetern braucht der Körper besonders viel Energie, der Käse wirkt also wie eine Extra-Portion Kalorien. Gestärkt und zufrieden geht die Reise weiter.


2) Arepa national und regional


Der weiße Maisfladen brutzelt auf dem Grill am Straßenrand. Die Köchin bestreicht ihn mit Butter, streut Zucker darauf und belegt ihn mit Käse – Mein erstes Arepa schmeckte süß und herzhaft zugleich, so wie kein Arepa danach. Die festen Mini-Pfannkuchen füllen den Magen, sind aber im Grunde geschmacklos. Der Belag zählt – Gerade deshalb ist das Arepa das vielfältigste Nationalgericht Kolumbiens: Die Paisas servieren es zu Reis und Hühnchen, an der Küste werden Arepas mit Ei gefüllt und an der Grenze zu Venezuela bekommt man eine deftige Portion mit Huhn, Schwein, Zwiebeln und Knoblauch. Wenn du Bock auf Abwechslung hast, probiere dich durch die vielfältigen Variationen – Du wirst auf deiner Kolumbienreise keinen Arepa-Stil zweimal haben.


3) Ein Land voller Zucker


Kolumbien lebt süß – Es gibt kaum ein Lebensmittel, dem kein Zucker zugesetzt ist, Dulce de Leche und unwiderstehliche Torten finden sich überall. Doch damit nicht genug: Einmal bestellte eine Freundin einen Saft. Sie fragte die Verkäuferin, ob die Früchte frisch seien. Die Antwort: “Natürlich, da kommen nur frische Maracujas und etwas Kondensmilch rein.” –  Die Augen meiner Freundin weiteten sich. Gestikulierend erklärte sie der Frau, dass sie wirklich nur Saft wollte. Etwas verwundert fuhr die Frau fort, hielt dann aber inne: “Auch kein Zucker?” – “Nein, bitte kein Zucker.” – Diesmal weiteten sich die Augen der Verkäuferin.


4) Der Obst-Segen


Papaya, Ananas, Lulo, Guanabana, Mango, …: Mit Kolumbiens Vielfalt an Früchten können wir zu Hause nicht einmal ansatzweise mithalten. Die Nähe zum Äquator, der Mix aus Sonne und Regen und die fruchtbare Erde führen zu einem Überschuss an Obst. An jeder Ecke bieten Straßenhändler frische Fruchtsäfte, Milchshakes und Obstbecher zum Naschen an – Preis: 2000 bis 4000 Pesos, also maximal 1,30 Euro. Ich kann mir kein besseres Fast Food vorstellen.


5) Tinto für die Massen


Fragt man Deutsche, welche Produkte sie mit Kolumbien verbinden, denken sie sicherlich an Kaffee: Angebaut in den grünen Berghängen der Anden, mit Hand verarbeitet und perfekt geröstet – die höchste Qualität der Welt. Nun, dieser Typ Kaffee findet sich meist nur in europäischen Supermärkten, denn der Export bringt deutlich mehr Umsatz als der Absatz am Binnenmarkt: In Bogotá, Medellin oder Santa Marta bleibt nur die zweite Auslese. Doch das tut Kolumbiens Liebe zum Kaffee keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die Straßen sind voll von Verkäufern, die Wagen mit Thermoskannen vor sich herschieben. Darin transportieren sie “Tinto”, also schwarzen Kaffee mit viel Zucker. Die Preise pro Becher variieren von 1500 Pesos – 50 Cent – im touristischen Cartagena bis zu 600 Pesos – nicht mal 20 Cent – im Zentrum Bogotás. Die Botschaft ist simpel: Kaffee ist für jeden da, jederzeit.

Stell dir vor, du wachst früh auf und gehst auf die Straße. Du holst dir einen Tinto und einen Obstbecher an der Ecke. Zucker und Koffein wecken deinen Körper. Danach ein Arepa mit Käse, zusammen mit einem frisch zubereiteten Fruchtsaft, damit kommst du problemlos bis zum Mittagessen hin. Die kolumbianische Küche hat teils verrückt anmutende Eigenheiten, doch im Moment kann ich mir kein besseres Frühstück vorstellen.

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Levenslessen tijdens mijn reis door Colombia en Ecuador


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Op 24 januari kwam ik aan in Zuid-Amerika. Tijdens mijn vlucht naar Ecuador dacht ik aan het feit dat ik eigenlijk maar weinig wist over Zuid-Amerika, en dat ondanks het feit dat ik meer dan 3 jaar gewerkt heb voor een organisatie dat werkzaam is in Ecuador. Mijn idee over Zuid-Amerika was samen te vatten als volgt: de mensen zijn er relaxt, er wordt Spaans gesproken, de FARC heeft vrede gesloten met de Colombiaanse overheid en het is niet lastig (dit bleek een understatement) om aan drugs te komen in Zuid-Amerika. In mijn post zal ik een uitgebreide update doen van dat idee. 

Uitzicht vanaf San Andres Colombia
Beeldschoon uitzicht vanaf San Andres
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Na twee maanden reizen door Zuid-Amerika ben ik in Ecuador en Colombia geweest. Mijn beeldvorming over Zuid-Amerika zal voornamelijk gebaseerd zijn op Colombia omdat ik hier het meest in aanraking ben gekomen met locals en de cultuur. Tijdens mijn reizen over de wereld is me vaak verteld dat ik absoluut naar Colombia moest gaan. Niet per se vanwege bepaalde toeristische attracties zoals Patagonië in Argentinië of de Machu Picchu in Peru maar vanwege de mensen, ‘and oh boy they were right!’ De mensen zijn niet ‘gewoon’ aardig maar zeg maar gerust buitenproportioneel aardig. Als je de weg kwijt bent in Colombia moet je er niet raar van opkijken dat de hele buurt opgetrommeld wordt om jou van dienst te zijn. Zelfs als je naar een hostel gaat die een tikkeltje te duur blijkt te zijn zullen ze je met alle liefde een ander hostel aanwijzen wat goedkoper is. 

Het aller interessantste is dat het ook allemaal oprecht is. In de Westerse wereld hebben we nog wel eens de neiging om mensen te helpen zodat je er uiteindelijk ook iets voor terug krijgt. Bijvoorbeeld in de vorm van seks, geld, materiaal of hulp. Hier is dat anders. De mensen hier zijn liefdevol jegens elkaar omdat ze om elkaar geven, omdat ze graag zien dat jij het goed hebt. Het zit in hun bloed, zo worden ze opgevoed. Een ander probleem in de Westerse wereld is dat mensen wel om elkaar geven, maar dat ze het niet aandurven om liefde te tonen omdat het buiten hun comfort zone ligt. Dat probleem blijkt hier ook veel minder sterk te zijn. 

Graffiti in Bogota Colombia
Kunst in de straten van Bogota

Zoals ik eerder al aangaf, dacht ik, alvorens ik in Zuid-Amerika aankwam, dat de mensen er relaxt zouden zijn. En dat klopt! Waarom? Ik geloof dat hier twee belangrijke redenen voor zijn. Ten eerste hebben de mensen een andere prioriteit in het leven. Zowel voor mensen in Zuid-Amerika als voor mensen in de Westerse wereld is het doel om gelukkig te worden. Echter blijken de mensen hier een betere strategie te hebben dan in de Westerse wereld. Het is niet geld, materiaal of succes waar ze naar streven maar het hebben van een ‘simpel’ leven waar het draait om familie, vrienden en genieten van de kleine dingen in het leven.

Ten tweede hebben de maatschappelijke normen en waarden niet een dergelijke invloed op het leven van mensen dan dat het heeft in Europa of Amerika. Natuurlijk hebben ze hier ook een sociaal systeem waarbij het bijvoorbeeld ongepast is om naakt rond te rennen op straat. Echter, het verschil is dat mensen hier niet constant beoordeeld worden om wat ze doen. Zo ontmoette ik bijvoorbeeld een meid uit Argentinië die plotseling begon te dansen op straat wanneer ze muziek hoorde. Ik vond het geweldig, ze was intens aan het genieten van het moment zonder dat het haar ook maar een moment kon schelen wat andere mensen van haar vonden. Ze werd echter wel aangestaard door mensen, en het was geen toeval dat deze mensen niet uit Zuid-Amerika kwamen. Dit een typisch voorbeeld van het verschil tussen deze twee culturen. 

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Uitzicht vanaf ‘the road of death’ tussen Pasto en Mocoa

Ik zou het iedereen aanraden om naar Zuid-Amerika te komen, al is het alleen maar om te leren van de mensen hier. Colombia is speciaal omdat de genoemde levenswijze sterker blijkt te zijn dan in andere landen. Misschien komt het wel omdat de mensen uit Colombia door de jaren van oorlog heel goed weten wat ze daadwerkelijk gelukkig maakt en dat ze er voor elkaar moeten zijn. Terwijl de gedachte om naar Zuid-Amerika te gaan in jouw hoofd rondspookt ga ik verder met genieten van het leven in Santa Marta! 

Adios!

Michel Geerligs

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Palomino och Casa Grande


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Då jag åkte från Santa Marta till Palomino med ett par kompisar som hade med sig all sin packning gick jag emot min princip att alltid resa med den lokala kollektivtrafiken. Vi tog en bil direkt från deras hostel for 20,000 istället för den buss som går från Carrera 11, Calle 11 för 9,000. Efter knappt 1,5 timme på vindlande vägar kantade av fantastiska landskap med Sierra Nevada bergen i söder och kusten till norr kom vi fram till den lilla byn. Som många andra platser i Sydamerika och Colombia är Palomino främst centrerad runt en enda gata och här trängs lokala barer och restauranger med nybyggda hostel och campingplatser. 

Tubing is also very popular around Palomino

Från huvudleden leder just den gatan ner mot havet och efter en promenad på knappa 15 minuter är den där, en 5 km lång strand och ett öppet hav med gigantiska vågor som slår mot kusten. Jämfört med stränderna runt Santa Marta framstår den nästan som en orörd oas, vilket inte är helt sant för här är det fullt av turister. Men går du längs stranden en bit bort från de få barer som ligger där vägen slutar kommer du utan problem bort från folkmassorna. Efter en öl med barfota fötter begravda i sanden begav vi oss på jakt efter någonstans att spendera natten. Vår budget = låg. Det var lördag och många ställen var helt fullbokade eller över vår budget. Men när vi promenerade in på Bikini Hostel och möttes av den otroligt trevliga franska ägaren som bjöd på kaffe, hade han plats för oss allihopa. Jag beslutade mig för hyra ett tält för 15,000 då jag antog att det skulle vara det mest säkra skyddet mot myggorna. Ett par fran gänget beslutade sig för dorm (25,000) och en valde bar himmel och hammock för 13,000. 

Resten av dagen flöt på i långsamt tempo, vi spelade fotboll på stranden och badade försiktigt i havet. Längs hela stranden sitter skyltar som varnar för de farliga vågorna och de starka strömmarna som kan dra ut dig till havs. Men då en hel del barn lekte glatt i strandkanten och en eller två surfare var ute och brottades med vågorna gav jag mig också ut. 
Bikini Hostel är ett av få hostel jag besökt som faktiskt har ett rent och välutrustat kök, och här lagade vi vår middag. Viktigt att veta är att Palomino varken har någon bank eller ordentlig mataffär. Det finns ett par små tiendas som säljer det mest nödvändiga men om du har möjlighet att köpa med dig mat från Santa Marta kan det vara en bra ide, och definitivt billigare. Efter att solen gått ner strosadde vi runt och tog ett par öl på en liten bar där dansgolvet sträckte sig ut på gatan, men eftersom vi hade planer för morgondagen tog vi kväll tidigt.

Dj-booth and dancefloor in the background at Playa Grande

Fullmåne betyder Full Moon Party på Casa Grande som ligger ungefär en timme i riktning väst tillbaka mot Santa Marta. Vi tog bussen för 5,000 och kom fram till Casa Grande Surf Hostel. Jag kan tyvärr inte stanna över natten då jag måste tillbaka till Santa Marta för att jobba nästa morgon men eftersom festen ska börja tidigt under eftermiddagen hoppas jag på att hinna med lite dans ändå. Att gå på festen kostar 20,000 och inkluderar camping. Jag får betala 8,000 för ett dagspass, una pasadia, vilket du behöver göra även andra dagar om du vill komma och hänga på stranden här.

Palomino bjöd på en vacker strand men Playa Grande slår den med hästlängder. Det är nog en av de vackraste stränderna jag sett under hela min resa genom Sydamerika. Efter att ha installerat oss tar vi en lång promenad längs stranden ett par kilometer mot Buritaca eftersom ölen i Casa Grandes bar är sjukt överprisad (5,000 pesos for 33cl). Efter några timmar och ett par dopp i havet senare är vi tillbaka pa Playa Grande och har ryggsäckarna fulla av öl. Allt fler människor dyker upp för kvällens fest som ska hålla igång ända till klockan 08 nästa morgon. 

När det börjar skymma måste jag bege mig tillbaka mot civilisationen med sista bussen som går 18.30. Till min besvikelse drar festen inte igång förrän långt efter jag stuckit trots löften om att musiken skulle vara igång från klockan 15. Jag flaggar ner en buss utanför portarna till Casa Grande och är tillbaka hemma i Rodadero en bussresa och en mototaxi-tur senare.